Annuarium Historiae Conciliorum

Die Zeitschrift

Annuarium Historiae Conciliorum

 

Allgemeine Vorstellung

Das Annuarium Historiae Conciliorum wurde 1968 von einer Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Walter BRANDMÜLLER (*1929) begründet. Das erste Jahrgang der neuen Zeitschrift, für den neben Brandmüller Remigius BÄUMER (1918-1998) als Herausgeber verantwortlich zeichnete -beide waren zu diesem Zeitpunkt Professoren für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit in Dillingen/Donau bzw. Freiburg i.Br.- erschien 1969.

Der von Anfang an verwendete Untertitel Internationale Zeitschrift für Konziliengeschichtsforschung verweist auf die Absicht, ein Forum zu schaffen, das für Beiträge von Forschern aus aller Welt offenstehen sollte. Dies ist dann auch eingetreten, wie die Bilanz von mittlerweile über 30 Jahren zeigt. In diesem Zeitraum wurden im AHC über 400 Artikel veröffentlicht, von denen -abgesehen von den Beiträgen in deutscher Sprache, die den größten Anteil ausmachen- 60 in Englisch, 28 in Italienisch, 23 in Französisch und 18 in spanischer Sprache abgefaßt sind. Dazu kommen noch einige Artikel, die aus slawischen Sprachen und aus dem Griechischen übersetzt wurden.

Die Universalität des Autorenkreises spiegelt die Universalität des Forschungsgegenstandes wieder - vor allem, wenn man bedenkt, daß Provinzialkonzilien im Laufe der Geschichte ja tatsächlich in allen fünf Kontinenten gehalten wurden. Die Forschergruppe hatte zudem von Anfang an eine ökumenische Ausrichtung, wie insbesondere aus der Verbindung mit Autoren aus dem Bereich der Orthodoxie und deren Beiträgen in der Zeitschrift ersichtlich wird.

Die neue Zeitschrift konnte seinerzeit von Anfang an mit der ideellen Unterstützung und persönlichen Mitarbeit von Hubert JEDIN rechnen, damals Nestor der katholischen Konziliengeschichtsforschung, als Ordinarius für Kirchengeschichte in Bonn bereits emeritiert aber noch mitten in der Vollendung seines Lebenswerkes, der Geschichte des Konzils von Trient und der Herausgabe des großen Handbuchs der Kirchengeschichte.

Jedin gehörte dem wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift bis zu seinem Tode 1980 an. Desgleichen konnte Stephan KUTTNER für den Beirat gewonnen werden, dem er bis zu seinem Tode 1997 angehörte-, womit die herausragende Bedeutung der Konziliengeschichtsforschung für die Geschichte des Kirchenrechts unterstrichen wurde, was sich im übrigen in zahlreichen Beiträgen mit dieser Thematik im AHC wiederspiegelt.

Die übrigen Mitglieder des wissenschaftlichen Beitrates: Peter BRUNS/Bamberg, Evangelos CHRYSOS/Athen, Thomas PRÜGL/Wien, Brian TIERNEY/Ithaca-N.Y., Boris ULIANICH/Neapel und Peter WIRTH/München. Das AHC ist wohl eine kirchengeschichtliche Zeitschrift, doch sind die Beiträge natürlich stets von allgemein historischem Interesse. Nachdem sich Walter BRANDMÜLLER, nach seiner Emeritierung als Professor für Kirchengeschichte in Augsburg als Präsident des Pontificio Comitato di Scienze Storiche tätig, 2008 altersbedingt aus der Leitung des Forschungsprojektes Konziliengeschichte zurückgezogen hat, fungiert Johannes GROHE, Professor für mittelalterliche Kirchengeschichte an der Pontificia Università della Santa Croce/Rom, als Herausgeber der Zeitschrift. Walter Brandmüller wurde 2010 von Papst Benedikt XVI. in den Kardinalsstand erhoben.

Die Beiträge im AHC erfüllen neben einem unmittelbaren Eigeninteresse zugleich die Aufgabe, das große, von Walter BRANDMÜLLER begründete Forschungsprojekt Konziliengeschichte zu begleiten, das in den beiden Reihen Darstellungen (d.h. Abhandlungen zu einzelnen Ökumenischen oder Provinzialsynoden) und Untersuchungen (d.h. Forschungsbeiträge in Form von Monographien zu mit der Konziliengeschichte verbundenen Themen) auf ca. 45 Bände projektiert ist, von denen mittlerweile 27 Bände erschienen sind. Herausgeber der Konziliengeschichte sind seit 2008 Peter BRUNS, Professor für Kirchengeschichte und Patrologie an der Universität Bamberg und  Thomas PRÜGL, Leiter des Instituts für Kirchengeschichte an der Universität Wien.

Die in der wissenschaftlichen Welt gut eingeführte Zeitschrift erscheint in jährlich 2 Heften mit insgesamt ca. 500 Seiten. Neben den Artikeln und Beiträgen veröffentlicht das AHC Rezensionen und eine Bibliographie, die von Ansgar FRENKEN/Ulm zusammengestellt wird. Das Annuarium Historiae Conciliorum erscheint im Ferdinand Schöningh Verlag/Paderborn.

 

Die Bibliographie Konziliengeschichte

Vom ersten Jahrgang an veröffentlicht das AHC eine Spezialbibliographie, die möglichst vollständig über Monographien, Sammelwerke und Einzelartikel zur Konziliengeschichte informieren möchte. Die Bibliographie umfaßte in den ersten 30 Jahren im Schnitt 200 Titel pro Jahrgang, mit deutlich steigender Tendenz in den letzten Jahren. Seit 1997 liegt die Verantwortung für die Bibliographie in Händen von Ansgar FRENKEN (Ulm); von den früheren Bearbeitern soll Adolf LUMPE/Augsburg erwähnt werden, der die Bibliographie von 1977 bis 1996 betreut hat. Kürzlich wurde das bibliographische Material der bisher erschienenen 37 Jahrgänge des AHC in eine Datenbank einzugeben, mit der ein Zugriff auf mehr als 7.000 Titel ermöglicht wird, die dann sukzessive um die neu erscheinenden Bibliographien ergänzt werden. Die gedruckte Version der Bibliographie wird jedoch einstweilen beibehalten.